Häufige Fragen und Antworten
Frage: Muss ich mich bei einer Arthrose im Kniegelenk gleich operieren lassen?
Antwort: Die Operation ist immer die letzte, nicht die erste Möglichkeit einer Behandlung. Fehlende Gelenkschmiere im Knie lässt sich heute durch eine künstliche Gelenkschmiere ersetzen - mit einer einfachen Spritzenbehandlung, ohne Operation. Knieschmerzen lassen sich auch durch eine naturheilkundliche Behandlung oder die Akupunktur gut behandeln. Auch spezielle Einlagen können für eine Linderung der Beschwerden sorgen. Erst wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, ist die Operation das Mittel der Wahl.
Frage: Ich trage seit vielen Jahren Einlagen. Jetzt habe ich von einer Bekannten gehört, dass es ganz tolle neue Einlagen gibt? Kommen die für jeden in Frage oder nur für bestimmte Menschen?
Antwort: Gerade im Bereich der Einlagenversorgung hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan. Das betrifft die Einlagen selbst und auch deren Passgenauigkeit. Früher haben wir nur einen Abdruck gemacht. Heute können wir die Belastung, die vom Rücken kommend zum Fuβ geht, sehr viel exakter bestimmen. Mit einem speziellen Verfahren, der 4D-Rückenvermessung, können wir sehen, wo Fehlbelastungen vorliegen und diese mit Hilfe einer Spezialeinlage, die viel dünner und leichter ist als die herkömmlichen, ausgleichen. Wir unterstützen und entlasten damit ganz exakt da, wo es notwendig ist. Da wir nicht nur den Fuβ, sondern die Gesamtstatik betrachten, können wir gleichzeitig auch Fehlfunktionen in anderen Körperregionen etwa am Hüft-, Schulter- oder Kiefergelenk erkennen und behandeln.
Frage: Ich habe gehört, dass ich beim Orthopäden auch einen Check up durchführen lassen kann. Was ist das?
Antwort: Die meisten Menschen gehen zum Orthopäden, wenn oder weil sie Schmerzen haben oder sich nicht mehr richtig bewegen können. Die Vorstellung, zum Arzt zu gehen, um gesund zu bleiben, ist für viele eher ungewohnt. Der Ortho-Check - so der Fachausdruck - dient dazu festzustellen, ob Muskeln, Gelenke und Wirbelsäule - also die Organe des sogenannten Haltungs-und Bewegungsapparates - voll funktionstüchtig sind und das Zusammenspiel optimal geregelt ist. Sogenannte funktionelle Beschwerden, oft die Vorstufen von späteren degenerativen Erkrankungen, lassen sich nämlich frühzeitig erkennen und sehr wirkungsvoll behandeln. Meist ohne Medikamente, sondern durch eine Veränderung des Lebensstils und etwas mehr körperliche Aktivität. Deshalb sollte der Ortho-Check, zu dem ab dem 40. Lebensjahr neben der körperlichen Untersuchung und einer Muskelfunktionsanalyse auch eine Knochendichtemessung gehört, so selbstverständlich sein wie die Inspektion des eigenen Autos.
Frage: Man hört immer wieder, dass die gesetzlichen Krankenkassen nur das Notwendigste bezahlen und für solche präventiven Checkup Untersuchungen gar nicht aufkommen. Mit welchen Kosten muss ich für eine Behandlung rechnen?
Antwort: Ja, es stimmt, dass die Krankenkassen gerade für naturheilkundliche und innovative Behandlungsverfahren in den seltensten Fällen zahlen. Sie dürfen nur die Therapieverfahren erstatten, die der Gemeinsame Bundesausschuss in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen hat. Der medizinische Fortschritt bildet sich dort schon lange nicht mehr ab. Insbesondere die präventive Medizin, also eine Behandlung, die dazu dient, gar nicht krank zu werden, ist im Leistungskatalog der Kassen unterrepräsentiert. Deshalb bleibt hier nur die Möglichkeit, dem Patienten eine solche Behandlung als Wunschleistung anzubieten, die auf Basis der privatärztlichen Gebührenordnung abgerechnet wird. Viele Patienten glauben, dass solche Leistungen unbezahlbar seien. Was viele überrascht: Der eigene Check up kostet weit weniger als die Inspektion des eigenen Autos. Eine 4D Wirbelsäulenanalyse mit Muskelfunktionstestung, die mit Auswertung und Befundbesprechung rund eine Stunde dauert, kostet weniger als 200 .
